Drei Eichen

Thermografie

Historie

Thermografie beim Pferd ist keine neu Erfindung. Ich selber habe meine ersten Pferd vor über zwanzig Jahren teure, schmerzhafte und unnötige Sehneninjektionen ersparen können, indem mit Hilfe von Thermografie der wahre Grund der Lahmheit herausgefunden wurde. Somit war es mir ein persönliches Anliegen, diese Möglichkeit auch meinen Kunden anbieten zu können. Seit damals hat sich technisch vieles getan. Die Geräte sind deutlich kleiner geworden, der Aufwand somit geringer und bessere Auflösung und Temperaturabstufungen geben noch bessere Analysemöglichkeiten.

Diagnose

Vor allem dient die Thermografie bei unklaren Lahmheiten, Empfindlichkeiten, Störungen des Pferdes dazu, die Ursache und den Problemstelle zu diagnostizieren. Oftmals hat ein Pferd Probleme im Bewegungsablauf, aber es gibt keine offensichtliche Ursache dafür. Tierärzte können nun anfangen jeden einzelnen Muskel und Gelenke „abzuspritzen“ um zu erörtern, ob das Pferd wieder besser läuft, wenn lokale Stellen schmerzfrei sind. Dies kann jedoch enorm aufwendig werden, wenn nicht zufällig direkt die richtige Stelle gefunden wird. Auf der Thermografiekamera sehen wir live, beispielsweise wo das Pferd Entzündungen, erhöhte oder verminderte Stoffwechselaktivität, muskuläre Über- / entlastungen oder Hufprobleme hat. Die Methode ist zudem völlig berührungs- und schmerzfrei, also auch eine Methode für Pferde, die Probleme mit dem Tierarzt haben. Alles in allem eine stressfreie und relativ günstige Methode das ganze Pferd zu untersuchen. Ist die Stelle lokalisiert, kann dort bei Bedarf gezielt geröngt (bei Gelenken) oder Ultraschall-Diagnose (Sehnen) betrieben werden. Und das spart richtig Geld und Nerven. Durch die Wärmeverteilung zeigt der Körper auch im Vorfeld entstehende Überbelastungen / Verletzungen und Krankheiten an. Somit ist die Thermografie auch ein probates Mittel für gesund erhaltende Vorsorgeuntersuchungen.

Natürlich kann auch ein guter Physiotherapeut palpatorisch unterschiedliche Wärmezustände am Pferd erkennen. Dies ist jedoch auch immer subjektiv und nicht nachweisbar. Und eventuell fasst man gar nicht an die wirklich betroffene Stelle. Bilder sprechen hier eine deutliche und für jedermann nachvollziehbare Sprache.

Trainingskontrolle

Ist mein Pferd schon richtig aufgewärmt? Wie viele Minuten dauert es wirklich, je nach Typ und Alter?

Welche Muskulatur wird bei welcher Übung trainiert? Arbeite ich das Pferd eigentlich so, wie ich denke um die richtige Muskulatur aufzubauen, die ich für meine Reitweise benötige?

Ist das Pferd für die ihm gestellten Aufgaben schon bereit? Oder arbeite ich über dem Limit und habe nach jeder Einheit schadhafte Überbelastungen der Muskulatur und Sehnen?

Die eine oder andere Frage hat sich sicher jeder von uns schon einmal gestellt. Oder gestellt bekommen. Mit der Thermografie kann ich es ihnen sagen. In Bild und Video, wissenschaftlich fundiert, ohne Zweifel, ohne unterschiedliche Ansichten, ohne schätzen oder raten zu müssen.

Sattelkontrolle

Ein gut passender Sattel ist gesundheitlich für das ganze Pferd sehr wichtig. Glücklicherweise gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, sich einen passenden Sattel für sein Pferd zu besorgen. Aber je mehr Möglichkeiten es gibt, um so mehr Unsicherheiten gibt es auch, welches die richtige ist. Früher konnte man nur dem Sattler vertrauen, einem das richtige Modell zu verkaufen. Heute gibt es Satteldruckmessungen in verschiedener Form, teils im Stand, teils auch in der Bewegung. Im Stand ist relativ unsinnig, da der Sattel natürlich vor allem beim Reiten passen muss und sich eine ganz andere Rückenform ergeben kann, wenn sich das Pferd in Bewegung setzt. Messungen in der Bewegung sind technisch sehr aufwendig (=teuer) und auch dann hat man nur eine Auswertung, an welchen Stellen der Sattel welchen Druck auf den Pferderücken ausübt. Wie das Pferd mit diesem Druck zurecht kommt, ist eine andere Frage. Sicher vertragen manche Strukturen wesentlich besser das Gewicht des Reiters, als andere. Und dazu kommt das jedes Pferd unterschiedlich ist und auch der muskuläre Trainingszustand eine entscheidende Rolle spielt, wo der Sattel hauptsächlich tragen sollte.

Wie schön wäre es, wenn das Pferd selbst sagen würde, „wo der Sattel drückt“! Und genau das tut die Wärmeabstrahlung der Muskulatur für uns. Langfristig gequetschte Muskulatur atrophiert und wird weniger durchblutet, resultiert also in einer geringeren Wärme. Hochbelastete Stellen werden mehr erwärmt (langfristig überlastet und entzündlich) und geben mehr Wärme ab. Muskulatur, die frei arbeitet und gut tragen kann sollte eine mittlere, gesunde Körpertemperatur aufweisen. Und auch am Sattel lässt sich abmessen, welche Stellen gut und weniger gut auflagen. All das wiederum unmissverständlich und beweiskräftig dokumentiert.