Drei Eichen

Reitkunstunterricht

Warum steckt das Wort „Kunst“ in meinem Reitunterricht? Ist das nicht etwas hochtrabend? Und warum betreibe ich keinen „Reitsport“ in der Reitakademie Drei Eichen?

Wirkt Reiten schwierig ist es Sport, sieht es leicht aus, ist es Kunst.

Leider ist mir nicht bekannt, wer diesen Satz als erster erdacht hat, aber er spiegelt sehr gut meine Sichtweise und Beweggründe wieder.

Es ist mein Bestreben, meinen Reitschülern einen sanften und durchdachten Umgang mit dem Pferd zu vermitteln. Pferd und Reiter in eine gesunde und wache Kommunikation zu bringen, durch immer feinere „Hilfen“ ist das Ziel.

Die größte anzustrebende Reitkunst eine minimierte Einwirkung auf das Pferd, das hört sich toll an – aber wie kommt man dahin?

Pferde sind sehr einfühlsame Wesen. Sie scheinen die Intention des Reiters „lesen“ zu können, da wir allein durch den Gedanken an eine Bewegung kleinste körperliche Signale aussenden, die ein aufmerksames Pferd interpretieren kann. An dieser Kommunikation zu arbeiten steht klar im Vordergrund.

Gern fokussiere ich mich zuerst auf die Basis, eine gut funktionierende Grundkommunikation zwischen Mensch und Pferd, um dann an bestimmten gymnastizierenden Aspekten zu arbeiten, wie z.B. Seitengängen, Versammlung.

Ich biete folgenden Reitunterricht auf meinem Hof an:

  • Anfängerunterricht für Kinder / Wiedereinsteiger (gern auch ängstliche Reiter)
  • Physiologisch gesundes Reiten für jeden Reitstil
  • Renaissance- / Barock- Reitkunst (ca.1400-1770)
  • Angewandte historische Reitkunst: Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit theoretisch und praktisch mit der im Mittelalter praktizierten Kriegspferde-und Reiterausbildung. Diese Art der Reiterei am Leben zu erhalten und wieder zu entdecken macht mir große Freude.

Die historische Weiterentwicklung der „Gebrauchsreiterei“ (darunter versteht man die zweckmäßige Nutzung von Pferden, wie z.B. Ranchworker sie noch heute praktizieren) wird heute z.B. in Form der Barockreiterei praktiziert und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Dressurlektionen mit starrem Blick auf eine bestimmte Haltung und totale Kontrolle des Pferdes sind das Eine. Auf einem Pferd zu sitzen, das quasi „mitdenkt“ und einhändig geritten saubere Traversalen geht, während man ein Schwert führt, das Andere.
Durch die Rückbesinnung auf das Reiten eines Pferdes z.B. im Kampf (man denke an Ritter, spanische Stierkämpfer, Reitervölker mit Wurfspeer oder Bogen) ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten für die spielerische Übung der Grundelemente des „guten“ Reitens mit feinen Hilfen.
Deswegen sollten angehende Ritter lernen, ein mitdenkendes Pferd nahezu unmerklich lenken zu können, um Hände und Kopf für den Kampf frei zu haben.
Hierzu bieten sich aus der historischen Literatur rekonstruierte Übungen (sogenannte Exerzizien) wie Ringstechen, Medusenkopfstechen, Rolandreiten, Formationsreiten oder Tjosten an.
Meine Pferde sind dankbar für diese Art der Zusammenarbeit und entwickeln, wenn man ihnen den Raum lässt und sie motiviert, eigene Ideen zur Aufgabenlösung.

Mein Werdegang
Durch meine Ausbildung am DIPO zum Pferdephysiotherapeut und dem Besuch zahlreicher weiterer Lehrgänge konnte ich von erfolgreichen Größen in der Reitsportwelt lernen, deren Ausbildungs- und Unterrichtsmethoden studieren.

Ich selber reite seit über 30 Jahren, hatte phasenweise sehr intensiv Unterricht, und in späteren Zeiten bis zu fünf Berittpferde am Tag. Dabei lag mir immer vor allem die Gesundheit der Pferde am Herzen. Aber wie kann man ein Pferd „gesund“ reiten?
Mein Anliegen ist, Theorie und Praxisteil sinnvoll zusammen zu führen, weswegen regelmäßig Seminare auf Drei Eichen stattfinden. Zusammenhänge historischer Reiterei und warum es so wichtige Unterschiede zum heutigen Reitsport gibt, werden bei mir eingehend erläutert. Ich möchte durch mein Engagement, meinen Pferdeverstand und meine positive Einstellung jeden Reiter und die Pferde auf eine freundliche, ungezwungene Art und Weise motivieren.
Meine Pferde werden fortwährend geschult, Aufgaben werden dem Reiter verständlich erklärt.

Ich möchte Menschen dazu bringen, ihre Freude an der Reiterei zu entdecken, sie wieder zu entdecken, oder neue Sichtweisen zu entwickeln.

Angewandte Reitkunst mit Waffengängen zu praktizieren oder Pferde in den Schulen über der Erde (wie z.B. die Kapriole) zu üben, oder 10 Jahre Vollzeit eine Ausbildung zu Pferde zu absolvieren ist nicht für jedermann und sprengt den Rahmen unserer heutigen Möglichkeiten.
Meiner Ansicht nach kann man aus der früheren Reiterei, von ca. 1100-1800, als das eigene Leben vom Partner Pferd abhing, viele positive Erkenntnisse für den Umgang mit Pferden gewinnen und eine mental und physisch gesunde Reitweise daraus auf unsere heutige Zeit übertragen.